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Styropor entsorgen – Wohin mit dem Kunststoff?

Styropor ist ein weit verbreiteter Kunststoff, der vor allem als Dämmmaterial, Verpackungsmaterial oder Bastelmaterial verwendet wird. Doch was passiert mit dem Styropor, wenn es nicht mehr gebraucht wird? Wie kann man Styropor richtig entsorgen und welche Kosten und Risiken sind damit verbunden? In diesem Artikel werden wir diese Fragen beantworten und Ihnen einige Tipps geben, wie Sie Styropor umweltfreundlich und sicher entsorgen können.

Was ist Styropor?

Styropor ist der Markenname für expandiertes Polystyrol (EPS), das aus Erdöl hergestellt wird. EPS besteht aus vielen kleinen Kügelchen, die unter Druck und Hitze zu einem festen Schaumstoff aufgeschäumt werden. EPS hat eine sehr geringe Dichte, eine hohe Wärmeisolierung und eine gute Stoßfestigkeit. Deshalb wird es häufig als Dämmstoff für Gebäude, als Verpackungsschutz für empfindliche Güter oder als Bastelmaterial für Modellbau oder Dekoration eingesetzt. Diese können dann zu verschiedenen Produkten weiterverarbeitet werden, wie zum Beispiel:

  • Verpackungen für Elektrogeräte, Möbel, Lebensmittel oder Medikamente
  • Dämmplatten für Fassaden, Dächer oder Böden
  • Fahrradhelme, Isolierbecher, Kühlboxen oder Schwimmhilfen

Styropor hat einige Vorteile als Material, wie zum Beispiel:

  • Sehr leicht und spart somit Transportkosten und Energie
  • Sehr stabil und schützt die verpackten Produkte vor Beschädigungen
  • Hat eine hohe Wärmedämmung und senkt somit den Heizbedarf von Gebäuden
  • Wasserabweisend und schimmelresistent
  • Günstig in der Herstellung und im Einkauf

styropor recycling

Wie kann man Styropor entsorgen?

Styropor ist kein biologisch abbaubarer Kunststoff und kann daher nicht einfach in den Hausmüll oder auf den Kompost geworfen werden. Styropor muss getrennt vom Restmüll gesammelt und fachgerecht entsorgt werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man Styropor entsorgen kann:

Recycling: Die beste Option für die Entsorgung von Styropor ist das Recycling. Dabei wird das Styropor zu neuen Produkten verarbeitet, wie zum Beispiel Dämmplatten, Blumentöpfen oder Kleiderbügeln. Das Recycling von Styropor spart Ressourcen, Energie und CO2-Emissionen ein und reduziert die Abfallmenge. Um Styropor zu recyceln, muss es sauber, trocken und frei von Fremdstoffen sein. Man kann Styropor bei verschiedenen Sammelstellen abgeben, wie zum Beispiel Wertstoffhöfen, Recyclinghöfen oder Baumärkten. Manche Kommunen bieten auch eine Abholung von Styropor an oder stellen spezielle Container dafür bereit. Die Kosten für das Recycling von Styropor sind in der Regel gering oder entfallen ganz.

Verbrennung: Eine andere Möglichkeit für die Entsorgung von Styropor ist die Verbrennung in einer Müllverbrennungsanlage. Dabei wird das Styropor verbrannt und die dabei entstehende Wärme wird zur Stromerzeugung genutzt. Die Verbrennung von Styropor ist jedoch nicht sehr umweltfreundlich, da dabei schädliche Gase wie Kohlenmonoxid, Stickoxide oder Schwefeldioxid freigesetzt werden. Außerdem geht der Rohstoff Polystyrol verloren und muss neu produziert werden. Die Kosten für die Verbrennung von Styropor sind abhängig von der Menge und dem Gewicht des Materials und können zwischen 5 und 20 Euro pro Kubikmeter liegen.

Deponierung: Die letzte Möglichkeit für die Entsorgung von Styropor ist die Deponierung auf einer Mülldeponie. Dabei wird das Styropor auf einer abgedichteten Fläche gelagert und mit Erde bedeckt. Die Deponierung von Styropor ist jedoch die schlechteste Option, da sie viel Platz beansprucht, die Umwelt belastet und keine Verwertung des Materials ermöglicht. Seit 2005 ist die Deponierung von unverwertbaren Kunststoffabfällen in Deutschland verboten. Die Kosten für die Deponierung von Styropor sind sehr hoch und können bis zu 200 Euro pro Kubikmeter betragen.

Verpackungsstyropor entsorgen

Verpackungsstyropor ist das Styropor, das als Schutz für verschiedene Produkte verwendet wird. Es fällt vor allem im privaten Haushalt an, wenn man zum Beispiel einen neuen Fernseher, eine Kaffeemaschine oder eine Porzellanvase kauft. Dieses Styropor gehört in den Gelben Sack, die Gelbe Tonne oder zum Wertstoffhof. Dort wird es sortiert und an Recyclingbetriebe weitergegeben, die es zu neuen Produkten verarbeiten können. Beispiele für Verpackungsstyropor sind:

  • Das Styropor-Innenleben des Kartons für den PC-Monitor
  • EPS-Kugeln oder -Schnipsel aus Versandkartons
  • Obstschalen aus dem Supermarkt
  • Eierkartons aus EPS

Dämmstyropor entsorgen

Dämmstyropor ist das Styropor, das als Isoliermaterial für Gebäude verwendet wird. Es fällt vor allem bei der Renovierung oder dem Abriss von Häusern an. Dieses Styropor gehört nicht in den Gelben Sack oder in die Gelbe Tonne, sondern in den Restmüll oder zum Bauhof. Der Grund dafür ist, dass Dämmstyropor oft mit Flammschutzmitteln versetzt ist, die als gefährlicher Abfall gelten und einer besonderen Behandlung bedürfen. Beispiele für Dämmstyropor sind:

  • Dämmplatten für Fassaden, Dächer oder Böden
  • Perimeterdämmung für Kellerwände oder Fundamente
  • Dämmstoffe für Rohre oder Heizkörper

Verpackungsstyropor entsorgen

Die Entsorgung von Verpackungsstyropor ist in der Regel kostenlos, wenn man es in den Gelben Sack, die Gelbe Tonne oder zum Wertstoffhof bringt. Die Kosten für die Abholung und das Recycling werden über die Verpackungsverordnung finanziert, die die Hersteller und Vertreiber von Verpackungen zur Rücknahme und Verwertung verpflichtet. Der Grüne Punkt ist ein bekanntes Zeichen dafür, dass eine Verpackung an diesem System teilnimmt.

Dämmstyropor entsorgen

Die Entsorgung von Dämmstyropor ist in der Regel kostenpflichtig, wenn man es in den Restmüll oder zum Bauhof bringt. Die Kosten variieren je nach Kommune und Abfallwirtschaftsbetrieb, liegen aber meist zwischen 5 und 20 Euro pro Kubikmeter. Dabei sollte man beachten, dass Dämmstyropor sehr voluminös ist und somit schnell viel Platz einnimmt. Eine Alternative ist, das Dämmstyropor an einen Recyclingbetrieb zu verkaufen, der es zu neuen Produkten verarbeitet. Dies kann je nach Anbieter und Qualität des Materials sogar einen Erlös von bis zu 100 Euro pro Tonne bringen.

styropor

Wie kann man Styropor recyceln?

Das Recycling von Styropor ist eine sinnvolle Möglichkeit, um Ressourcen zu schonen und Abfall zu vermeiden. Allerdings ist das Recycling von Styropor nicht ganz einfach und erfordert spezielle Verfahren, die nicht überall verfügbar sind. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Methoden vor, wie Styropor recycelt werden kann.

Mechanisches Recycling

Das mechanische Recycling ist die einfachste und gängigste Methode, um Styropor zu recyceln. Dabei wird das Styropor zerkleinert, geschmolzen und zu Granulat oder Platten gepresst. Dieses Material kann dann für die Herstellung von neuen Produkten verwendet werden, wie zum Beispiel:

  • Blumenkästen, Kleiderbügel oder Spielzeug
  • CD-Hüllen, Kugelschreiber oder Joghurtbecher
  • Dämmplatten, Füllstoffe oder Schalldämmung

Chemisches Recycling

Das chemische Recycling ist eine aufwendigere und teurere Methode, um Styropor zu recyceln. Dabei wird das Styropor in seine Grundbestandteile zerlegt, also in Polystyrol und Pentan. Diese Stoffe können dann für die Herstellung von neuem Styropor oder anderen Kunststoffen verwendet werden. Der Vorteil dieser Methode ist, dass sie auch mit verschmutztem oder verunreinigtem Styropor funktioniert.

Thermisches Recycling

Das thermische Recycling ist eine alternative Methode, um Styropor zu recyceln. Dabei wird das Styropor verbrannt und die dabei entstehende Wärmeenergie genutzt. Diese Methode eignet sich vor allem für Dämmstyropor, das mit Flammschutzmitteln behandelt wurde und daher nicht mehr für andere Zwecke verwendet werden kann. Der Nachteil dieser Methode ist, dass sie keine neuen Rohstoffe erzeugt und möglicherweise schädliche Emissionen freisetzt.

Wie kann man Styropor vermeiden?

Die beste Möglichkeit, um Styropor zu entsorgen, ist es, es gar nicht erst entstehen zu lassen. Das bedeutet, dass man beim Einkauf oder bei der Renovierung auf Alternativen zu Styropor achtet oder es wiederverwendet. Hier sind einige Tipps, wie man Styropor vermeiden kann:

  • Bevorzugen Sie Produkte, die ohne Styropor auskommen oder mit anderen Materialien verpackt sind, wie zum Beispiel Papier, Karton oder Holzwolle.
  • Fragen Sie beim Kauf nach einer Rücknahme der Verpackung oder bringen Sie Ihre eigene Verpackung mit.
  • Nutzen Sie das Styropor mehrmals als Füllmaterial für den Versand oder als Bastelmaterial für kreative Projekte.
  • Spenden Sie das Styropor an Schulen, Kindergärten oder Vereine, die es für ihre Aktivitäten nutzen können.
  • Entsorgen Sie das Styropor fachgerecht in den Gelben Sack, die Gelbe Tonne oder zum Wertstoffhof. Dort wird es sortiert und an Recyclingbetriebe weitergegeben, die es zu neuen Produkten verarbeiten können.
  • Vermeiden Sie Dämmstoffe aus Styropor und wählen Sie stattdessen natürliche oder mineralische Alternativen, wie zum Beispiel Holzfaser, Zellulose, Hanf, Schafwolle, Kork oder Steinwolle. Diese haben oft bessere ökologische Eigenschaften und können auch die Raumluftqualität verbessern

Tipps für den Umgang mit Styropor

Um die Entsorgung von Styropor zu erleichtern und zu reduzieren, gibt es einige Tipps, die man beachten kann:

Vermeiden: Der beste Weg, um Abfall zu vermeiden, ist es, gar kein Styropor zu verwenden oder zu kaufen. Man kann zum Beispiel auf alternative Materialien ausweichen, wie zum Beispiel Papier, Karton oder Holzwolle für Verpackungen oder Kork, Hanf oder Schafwolle für Dämmungen. Wenn man doch Styropor verwenden muss, sollte man darauf achten, dass es möglichst wenig ist und dass es wiederverwendbar oder recycelbar ist.

Wiederverwenden: Wenn man Styropor schon hat, sollte man versuchen, es so oft wie möglich wiederzuverwenden. Man kann zum Beispiel Styropor als Füllmaterial für Pakete oder als Isoliermaterial für Pflanzen oder Lebensmittel nutzen. Man kann auch Styropor als Bastelmaterial für kreative Projekte verwenden, wie zum Beispiel Schneemänner, Sterne oder Figuren. Wenn man Styropor nicht mehr wiederverwenden kann, sollte man es an andere weitergeben, die es noch gebrauchen können, wie zum Beispiel Freunde, Nachbarn oder Vereine.

Reduzieren: Wenn man Styropor entsorgen muss, sollte man versuchen, es so klein wie möglich zu machen. Man kann zum Beispiel Styropor mit einem Messer oder einer Schere zerschneiden oder mit einem Staubsauger absaugen. Dadurch spart man Platz und Gewicht und reduziert die Kosten für die Entsorgung. Man sollte jedoch darauf achten, dass keine kleinen Styroporkügelchen in die Umwelt gelangen, da sie von Tieren gefressen werden können und ihnen schaden können.

Fazit

Styropor ist ein nützlicher Kunststoff, der jedoch nicht einfach in den Müll geworfen werden darf. Styropor muss getrennt vom Restmüll gesammelt und fachgerecht entsorgt werden. Die beste Option für die Entsorgung von Styropor ist das Recycling, da es Ressourcen, Energie und CO2-Emissionen einspart und die Abfallmenge reduziert. Die Verbrennung von Styropor ist eine weitere Möglichkeit, jedoch nicht sehr umweltfreundlich, da sie schädliche Gase freisetzt und den Rohstoff Polystyrol verliert. Die Deponierung von Styropor ist die schlechteste Option, da sie viel Platz beansprucht, die Umwelt belastet und keine Verwertung des Materials ermöglicht. Um die Entsorgung von Styropor zu erleichtern und zu reduzieren, gibt es einige Tipps, wie zum Beispiel Styropor zu vermeiden, wiederverwenden oder reduzieren.

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